Sonntag, 5. September 2010
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FORD sport auto TRW DEKRA DUNLOP
Der Ford Focus RS500
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10focus_rs_01Die Motorsport-Gene sind ihm in die Wiege gelegt: Der Ford Focus RS500, den die angehenden Ingenieure des Teams ‚FH Köln Motorsport powered by Ford' für den Langstreckenklassiker in der Eifel vorbereiten, ist bereits in der auf 500 Exemplare limitierten Serienversion mit seiner Motorleistung von 224 kW (350 PS) ein im wahrsten Sinne des Wortes starkes Stück. Hinzu kommt, dass er auf der Nordschleife des Nürburgrings buchstäblich das Laufen gelernt: Bereits bei seiner Entwicklung spulten Werksrennfahrer und Fahrwerksentwickler von Ford in einem Nonstop-Marathon mehr als 10.000 Kilometer in der „Grünen Hölle" ab – und stellten damit die Dauerbelastbarkeit des High-Performance Modells eindrucksvoll unter Beweis. Bis der Ford Focus RS500 aber auch ein 24-Stunden Rennen auf der wohl anspruchsvollsten Strecke der Welt bestreiten kann, sind noch tiefgreifende Modifikationen notwendig. Weil die Belastungen im Wettbewerb nochmals höher sind, der Sicherheit des fahrenden Personal kompromisslos Rechnung getragen werden muss und überhaupt ein Renneinsatz zahlreiche spezielle Eigenschaften verlangt, die mit einem Serienmodell kaum vereinbar sind.

 

Der Aufbau der Rennversion begann auch bei dem Motorsport-Team der Fachhochschule Köln mit der Karosserie. Sie wurde im ersten Schritt konsequent entkernt: Innenausstattung und Dämmaterialien bringen nicht nur Gewicht auf die Waage, auf das im Wettbewerb gerne verzichtet werden kann, sie widersprechen auch den strengen Feuerschutzbestimmungen für Wettbewerbsfahrzeuge. Anschließend wurde die Karosserie gezielt verstärkt, damit sie den immensen Kräften dauerhaft standhält, die zum Beispiel durch den ungleich höheren Grip der profillosen Rennreifen von Dunlop auf sie einwirken.

 

Auch im Rennsport gilt: Sicherheit geht vor

 

10focus_rs_02Nächster Punkt: die Sicherheitszelle. Sie wird für gewöhnlich eingeschweißt – ein Prozess, der schnell mehrere Tage bis Wochen dauern kann. Zeit, die dem Team ‚FH Köln Motorsport powered by Ford' schlicht nicht zur Verfügung stand. Gemeinsam mit ihrem Professor Frank Herrmann beschritten die Studenten deshalb neue Wege und entwickelten einen geschraubten Überrollkäfig, den die Spezialisten von Heggemann autosport aus Büren routiniert in die Tat umsetzten. Dessen Vorteil: Durch den Einsatz von Hightech-Materialien aus dem Flugzeugbau, innovativen Schweiß-Technologien und speziellen Verbindungselementen bietet er das gleiche Schutzpotenzial. Allerdings wirkt sich der Schraubkäfig nicht ähnlich positiv auf die Torsions-Steifigkeit der Karosserie aus – ein Nachteil, den der Ford Focus mit seiner schon ab Werk weit überdurchschnittlichen Verwindungssteifigkeit, die ihn auch als Basismodell für die Rallye-Weltmeisterschaft prädestiniert, in großem Maße wieder ausgleicht.

 

Als nächstes steht die Komplettierung des Rennwagen auf dem Programm. Der extrem leichte Kohlefaser-Schalensitz von Recaro wird montiert, die obligatorische Feuerlöschanlage sowie der auch von außen bedienbare Notausschalter für die Zündung eingebaut, der 110 Liter fassende Sicherheitstank installiert und die 6-Punkt-Sicherheitsgurte in streng vorgeschriebenen Winkeln befestigt, damit das HANS-System (Head and Neck Support) der Helme optimale Wirkung entfalten kann. Kunststofffenster aus Makrolon ersetzen die hinteren Scheiben, auch in der Motorhaube, der Heckklappe und den Türen fahndeten die Studenten erfolgreich nach Gewichtseinspar-Potenzial. Denn jedes Kilogramm, das nicht rund um die Nordschleife beschleunigt und abgebremst werden muss, zählt.

 

10focus_rs_03Apropos Bremsen: Auch hier griffen die künftigen Ingenieurinnen und Ingenieure zu Spezialteilen. Die spezielle 6-Kolben-Rennbremsanlage stammt von Partner TRW und sorgt auch unter extemen Bedingungen für standfeste Verzögerungsleistungen. Das Rennfahrwerk, eigens auf dem hauseigenen „KW 7-Post"-Fahrdynamikprüfstand abgestimmt, steuerten die Spezialisten von KW competition bei. Das Datenaufzeichnungs-System von Partner memotec erleichtert den Fahrzeugtechnik-Studenten ebenso wie den Fahrern die Analyse der Renn-Performance. Und damit sich beide Parteien auch während des 24-Stunden-Wettkampfs blendend verstehen, steuerten die Experten von XKOM ein professionelles Funksystem bei.

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 28. Mai 2010 um 14:29 Uhr